Für die MIG-/MAG-Schweißtechnik bedeuteten die letzten Jahre einen echten
Quantensprung.Stromquellen und Schweißprozesse erfuhren grundsätzliche
Verbesserungen, wobei in einigen Bereichen völlig neue Standards erreicht
wurden. Auslöser dieses Innovationsschubs sind einerseits neue Werkstoffe
und neue Anwendungen, jedoch andererseits auch die zunehmende Nutzung
der ausgereiften Mikroelektronik und Digitaltechnik. Für ein Verständnis der
bereits vielfach publizierten neuen Technologien, ist eine fundierte
Grundlagenkenntnis sehr hilfreich. Daher sollen hier die allgemeinen Aspekte
des MIG-/MAG-Schweißens beleuchtet werden.



Prinzip:

Beim MIG-/MAG-Schweißen ist die abschmelzende Metallelektrode gleichzeitig
Schweißzusatz und Träger des Lichtbogens. Über zwei oder vier Antriebsrollen
gelangt der „endlose˜ Schweißdraht in den Schweißbrenner, wo am so
genannten Kontaktrohr der Stromübergang erfolgt. Das freie Drahtende ist
konzentrisch von einer Gasdüse umgeben. Das ausströmende Schutzgas
verhindert chemische Reaktionen der heißen Werkstückoberfläche mit der
umgebenden Luft. Festigkeit und Zähigkeit des Schweißguts bleiben dadurch
erhalten. Als Schutzgas kommen sowohl inerte als auch aktive Gase zur
Anwendung. Man spricht daher von Metall-Inertgas- (MIG-) Schweißen und
Metall-Aktivgas- (MAG-) Schweißen.

Neben dem Lichtbogen-Verhalten und der Abschmelzleistung, ist das Schutzgas
auch mitverantwortlich für den Materialübergang und die Gestalt der Schweißnaht.
Als Inertgase fungieren vor allem die Edelgase Argon und Helium, sowie deren
Gemische. Der Begriff „inert˜ stammt aus dem Griechischen und bedeutet
„reaktionsträge˜. Inertgase eignen sich für alle Metalle außer Stahl,
insbesondere für Aluminium und Kupfer. Aktivgase sind hauptsächlich
Argon-basierende Edelgas-Gemische, enthalten jedoch zusätzlich Anteile von
Sauerstoff oder Kohlendioxid und sind vergleichsweise reaktionsfreudig.
Aktivgase eignen sich für rostfreie, hochlegierte Stähle, sowie für unlegierte
und niedrig legierte Stähle. Mit Einschränkungen ist für unlegierte oder niedrig
legierte Stähle sogar ausschließlich Kohlendioxid als Aktivgas geeignet.

Als Alternative zu den Schutzgasen kommen auch Fülldrähte zum Einsatz,
mit einer Umhüllung, die im Lichtbogen verdampft und auf diese Weise
ebenfalls eine Schutzgas-Atmosphäre erzeugt. Fülldrähte gewährleisten auch
bei Zugluft einen zuverlässigen Gasschutz.



Anwendung und Vorteile:

Hat sich das MIG-/MAG-Verfahren anfangs zum rationalisierten Schweißen unlegierter
und niedrig legierter Baustähle bewährt, konnte es sich heute dank der
Impuls-Lichtbogentechnik auch für Aluminiumlegierungen und hochwertige Baustähle
bestens etablieren. Charakteristikum der Impuls-Lichtbogentechnik ist der gesteuerte
Werkstoffübergang. In der Grundstromphase ist die Energiezufuhr soweit reduziert,
dass der Lichtbogen gerade noch stabil brennt und die Werkstückoberfläche eine
Vorwärmung erhält. Die Hauptstromphase sorgt durch einen exakt dosierten
Stromimpuls für die gezielte Ablöse eines Tropfens. Ein unerwünschter Kurzschluss mit
gleichzeitiger Explosion des Tropfens und unkontrollierten Schweißspritzern ist
ausgeschlossen.

Unabhängig von der Art des Lichtbogens, zeigt MIG-/MAG erhebliche Vorteile gegenüber
anderen Schweißverfahren. Dazu zählen gute Abschmelzleistung, tiefer Einbrand,
einfache Handhabung und vollkommene Mechanisierung, genauso wie hohe
Wirtschaftlichkeit.

 

 

 

WorkExpert---certified-Comp.gif
Klicken Sie auf das Logo um sich online bei TSS Jobs zu bewerben.
 
 
Metalltechnik2.jpg